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Shiatsu am Puls des Lebens

Shiatsu am Puls des Lebens - Shiatsu-Diplom für eine 80-jährige - von Klaus Metzner, März 2003

Immer wieder fragen Interessenten, ob sie für eine Behandlung oder für eine Shiatsu-Ausbildung nicht schon zu alt seien. Wie wir alle wissen, ist Alter sehr relativ. Und wenn jemand im Geiste offen ist und neugierig bleibt, am Leben sich beteiligt und sich engagiert, so hält das jung - ganz unabhängig von den Zahlen.

Elsbeth Strohm aus Braunschweig wurde im Februar dieses Jahres 80 Jahre jung. Beim Abschlußkurs des Europäischen Shiatsu Instituts auf Schloß Wasmuthhausen bei Coburg im März war sie mit Bravour dabei und bekam ihr Diplom überreicht. “Die Elsbeth und wack’lig? - das ist ja der Hohn, sie ist stolze 80 und hat ihr Diplom” reimten die anderen beim G’stanzlsingen. Als sie die Ausbildung am E.S.I. im Februar 1997 begann, hatte sie einige Wochen vorher gerade ihren 75. Geburtstag gefeiert.

Elsbeth kann auf ein bewegtes und abwechslungsreiches Leben zurückblicken. Sie arbeitete dreißig Jahre lang in Osaka, Japan, als soziale Betreuerin mit gesellschaftlich Ausgestoßenen. Nachdem sie 1983 nach Deutschland zurückgekehrt war, half sie noch zwei Jahre als Seelsorgerin in einem Braunschweiger Krankenhaus. 1985 ging sie erst mal in Pension. Zur Ruhe setzte sie sich deswegen aber keineswegs. Sie arbeitete weiter als Gesprächstherapeutin und wandte sich endlich auch Themen zu, an denen sie bereits zu ihrer Zeit in Japan Interesse hatte, denen sie aber wegen ihres beruflichen Engagements nicht nachgehen konnte. Und so kam sie gegen Anfang der 90er Jahre auch zum Shiatsu.

Im Abschlußkurs berichtete sie aus ihrer Shiatsu-Praxis, und daß sie es manchmal leid sei, immer nur mit Alten (“die sind alle so ab 65”) zu arbeiten. Sie demonstrierte uns auch, was ein “echter Hara” ist, erklärte uns hin und wieder mysteriöse Japanalia, und brachte uns mit ihrem trockenen Humor oft zum Lachen. Die Älteren unter uns (alle unter 65) wünschten sich, mit 80 noch in so ausgezeichneter körperlicher und geistiger Verfassung zu sein, und schielten immer wieder mal zu ihr hin, wenn sie bestimmte Techniken, z.B. mit den Knien, anwandte, die für andere nur mit Mühe oder gar nicht möglich waren.

Ich frage mich, wie viele Shiatsu-Therapeutinnen und -Therapeuten gibt es wohl in dieser Altersklasse, in Deutschland, in Europa, ... weltweit? Eines aber ist sicher: Shiatsu hält uns am Puls des Lebens.

Bleiben wir dran!

Klaus Metzner